Teamrider Marius Hölter im Interview

Freitag, 14. Mai 2010

Schwerelosigkite Teamrider Marius Hölter verrät uns wohin er den Sport bringen will.

Hey Marius,

erzähl uns doch als erstes einmal, wie du überhaupt zum Kiten gekommen bist.

Hast du vorher schon eine ähnliche Sportart betrieben? Wie fing alles an?

Mein Bruder kam eines Tages zu meinem Vater und hat ihn auf sein altes Windsurfboard, was auf dem Dachboden lag, angesprochen. Er wollte unbedingt damit anfangen und hat auch meinen Vater wieder motiviert. Es genügte mir, den beiden bloß einmal zuzugucken, um zu sagen: Das will ich auch!

Ich kaufte mir mit elf Jahren meine erste Surfausrüstung und war super begeistert.

Dann tauchten immer mehr Kiter an Nord- und Ostsee auf und ich widmete meine volle Aufmerksamkeit ihren hohen Sprüngen. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und machte mit 14 einen Kitekurs bei der Surfschule „Charchulla“ auf Fehmarn. Die folgenden Ferien verbrachte ich viel auf dem Wasser. Später fuhr ich meine ersten Contests mit.

Oberste Priorität war für mich jedoch immer, den Spaß dabei nie zu verlieren. Gerade beim trainieren neuer Tricks gerät dieser nicht allzu selten in den Hintergrund. Teilweise ist es echt frustrierend! Da ist es wichtig, sich wieder auf den Boden der Tatsachen zu begeben und sich vor Augen zu halten, warum man es überhaupt macht – nämlich aus Spaß. Genau das ist es auch, was schwerelosigkite für mich bedeutet und mit schwerelosigkite verbindet. Es geht nicht um bloße Klamotten und Verkaufzahlen. Der gesamte Lifestyle und die netten Leute machen schwerelosigkite zu dem, was es ist.

Du hast also angefangen Wettkämpfe mitzufahren? Wann ging es damit los und was war dein bisher größter Erfolg

2006 bin ich zum ersten Mal einen Tourstopp der deutschen Meisterschaft „Kitesurf-Trophy“ mitgefahren. 2007 habe ich dann ein wenig trainiert und konnte mir so für 2008 die Unterstützung von JN-Kites sichern und fuhr zum ersten Mal die gesamte Tour mit.

Letztes Jahr wurde ich deutscher Vizemeister im Freestyle der Junioren.

 

Und was stellst du dir für die Zukunft vor? Willst du weiterhin Wettkämpfe mitfahren?

Was sind deine Ziele?

Der Kitesport hat sich in den letzten Jahren sehr schnell weiterentwickelt und das Niveau im Freestyle ist mittlerweile sehr hoch. Außerdem wächst die Disziplin „Race“ immer weiter.

Mir persönlich fehlen gute Videos. Die meisten Kitevideos bestehen bloß aus aneinander gereihten Tricks, was schnell langweilig wird. Ich will mich in der Hinsicht an den Videos der Skate- und Snowboarder orientieren und versuchen mehr Variation in die Videos einzubringen. Die schaue ich mir echt gerne an, weil sie nicht langweilig werden und motivierend sind.

Bei den Kitemovies fehlt meistens die Handlung. Oft steckt keine Story dahinter, was ich echt schade finde. Man kann noch wesentlich mehr in diesem Bereich rausholen, um anderen Kitern und Außenstehenden die Freude an unserem Sport zu vermitteln.
Was machst du, wenn mal nicht genügend Wind weht?

Als Ausgleich zum Kiten gehe ich ab und zu ins Fitnessstudio. Außerdem trainiere ich auch gerne mal am Cable. Wenn ich im Winter nicht in den Süden fliege, bin ich gerne mit dem Snowboard unterwegs.

Wo wirst du dich die kommende Saison rumtreiben?

Wenn ich mit der Schule fertig bin, werde ich ab Juli in Kiel und Umgebung unterwegs sein und dort soviel Zeit auf dem Wasser verbringen, wie ich kann. Außerdem werde ich das Kieler Nachtleben genießen.

Bei der deutschen Meisterschaftsserie, die dieses Jahr in Dahme, Büsum und auf Fehmarn stattfinden wird, werde ich auch immer dabei sein. Hinzu kommen wohl noch der Worldcup in Sankt-Peter-Ording, sowie die Kitesurf Eurotour mit der KBO in Holland.


Beschreibe dich in 3 Worten:

Vielseitig.

Spontan.

Offen.

Hast du noch etwas, was du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Klar! Jeder, der jetzt motiviert ist, sollte das Kiten auf jeden Fall einmal ausprobieren.

Es ist ein echt super abwechslungsreicher Sport. Ob man einfach nur hoch springen, auf Speed fahren oder vielleicht sogar einen kleinen Turn fahren will, es ist für jeden etwas dabei. Man sollte jedoch unbedingt vorher einen Kitekurs besuchen, damit man immer alles unter Kontrolle hat und weiß, worauf man sich einlässt. Denn ganz ungefährlich ist die Sache dann auch nicht.

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